ETFs oder Aktiv?

Allgemeines

Ein weiteres wichtiges Kriterium, neben der Fondsart, ist die Unterscheidung in aktiv und passiv gemanagte Fonds. Rein rechtlich betrachtet handelt es sich bei beiden um vollwertige Fonds, was bedeutet, dass Anleger und Investoren unabhängig von diesem Unterschied dieselben Rechte und Pflichten haben. In beiden Fällen gelten Ihre Anteile als sogenanntes Sondervermögen. Somit darf im Falle einer Insolvenz der Versicherung oder der Bank bei der Sie Ihr Depot haben oder der Investmentgesellschaft auf Ihr Kapita nicht zugegriffen werden uns es darf nicht in die Insolvenzmasse fließen. Genauso existiert bei beiden Formen grundsätzlich ein Fondsmanagement beziehungsweise Personen, die für die Verwaltung und die Durchführung von Aufträgen rechtlich zuständig sind.

 

Was sind "aktiv" gemanagte Fonds?

Die heute am weitesten verbreitete Form von Fonds sind aktiv gemanagte Fonds. Aktiv gemanagt bedeutet, dass es ein Fondsmanagement gibt - oftmals bestehend aus Fondsmanagern, Finanzanalysten und Experten - welches entscheidet welche Wertpapiere gekauft werden, und zum Ziel hat, die bestmöglichen Investmentmöglichkeiten zu ermitteln, um den Ertrag für die Investoren zu maximieren und den Wert eines vergleichbaren Fonds zu schlagen.

 

Das Fondsmanagement verfolgt verschiedene Ansätze, um dieses Ziel zu erreichen: Die Investmentgesellschaft, und somit das verantwortliche Fondsmanagement, hat in vielen Fällen Personal in vielen Ländern, um geographische oder politische Umstände vor Ort besser beurteilen zu können. Außerdem investiert das Fondsmanagement oftmals viel Zeit in die Analyse einzelner Unternehmen, um so beurteilen zu können, welches Unternehmen bessere Chancen auf Gewinne und somit auf eine Kurssteigerung der Aktien hat. Unter anderem wird auch versucht, den Zeitpunkt eines Investments zu optimieren. Das bedeutet, dass etwa eine Aktie gekauft wird, wenn diese "unterbewertet", also im Verhältnis günstiger, ist, als zu einem Zeitpunkt, bei der der Aktienkurs höher und somit teurer ist. Jeder Ansatz verfolgt Im Endeffekt das gleiche Ziel, nämlich, bessere Erträge zu erzielen als andere Investoren/Fondsmanager am Finanzmarkt.

 

Messbar ist der Erfolg der Erträge durch einen "Index", eine Art Korb von Wertpapieren, welcher die Summe all dieser widerspiegelt. Sind die Wertpapiere aus einem Index innerhalb eines betrachteten Zeitraumes (z.B. in einem Jahr) in Summe um +10% gestiegen und hat der Fonds des zu vergleichenden Fondsmanagement um +15% im Wert zugelegt, dann wurde durch das Management und dessen Aktivitäten in letzterem Falle mehr Ertrag erzielt. Positiv ist auch zu bewerten, wenn Verluste nicht so hoch ausfallen wie der durchschnittliche Marktteilnehmer sie erlitten hat.

 

Was sind "passiv" gemanagte Fonds?

Seit den späten 1990er Jahren werden passive Fonds immer beliebter und ihr Marktanteil steigt kontinuierlich. Passiv gemanagt bedeutet, dass ein Fonds versucht einen Index (oder ähnlichen Wert) von Wertpapieren bestmöglich - und in der Regel computergesteuert - nachzubilden. Ziel ist es hierbei somit nicht wie bei einem aktiven Fondsmanagement besser als der Rest des Marktes abzuschneiden, sondern, die Wertpapiere möglichst genau in dem selben Verhältnis wie der abzubildende Markt zu kaufen. In anderen Worten: Während aktiv gemanagte Fonds versuchen den Vergleichsindex zu schlagen, haben passive gemanagte Fonds zum Ziel eben diesen Index nachzubauen. Dementsprechend werden deutlich weniger Zeit und Ressourcen damit aufgewendet den Fonds zu managen, da nicht versucht wird, Wertpapiere gezielt zu analysieren oder Marktbewegungen vorherzusagen.

 

Vorteile und Nachteile

Der Vorteil einer passiven Anlagestrategie ist, dass Kosten eingespart werden, während gleichzeitig keine Rendite verloren geht. Durch das schlankere Fondsmanagement mit geringeren Personalkosten sowie geringeren Transaktionskosten, da Kapital aufgrund der klaren Strategie weniger häufig umgeschichtet wird, können ein Großteil der Aufwände eingespart werden. Passive ETFs sind durch ihre starre Anlageverteilung außerdem ideal dafür geeignet, ein individuelles Portfolio aufzubauen, da sie sich in ihrer Zusammensetzung nur sehr selten ändern.

 

Befürworter des aktiven Fondsmanagements schätzen dagegen, dass Fondsmanager durch die getroffenen Maßnahmen, wie etwa die gezielte Analyse der Finanzmärkte, für den Kunden eine Mehrrendite erwirtschaften können.

 

Überprüfung beider Strategien

 

Die Realität

Im Wesentlichen lässt sich beobachten, dass aktives Fondsmanagement für den Normalverbraucher keine zusätzliche Rendite bringt. Gegenteiliges ist häufig der Fall: Durch die hohen Kosten verliert der Anleger sogar stetig mehr Rendite als bei einer rein passiven Veranlagung. Das bedeutet, dass es langfristig aus Sicht der Vermögensbildung klüger ist,die passive Form der Veranlagung vorzuziehen.

 

Hierzu ein Beispiel: Möchte man in weltweite Aktien investieren, so ist der Index MSCI World der wichtige Vergleichsindex, welcher einen gewichteten Querschnitt aller Aktien weltweit abbildet. Aktiv gemanagte Fonds versuchen nun durch die bereits genannten Maßnahmen, besser als dieser Vergleichsindex abzuschneiden und damit eine höhere Rendite zu erwirtschaften, als der MSCI World liefert. Die sinnvollere Variante ist jedoch, mittels EFTs auf den Index MSCI World zu investieren.

 

Der wesentlichste Grund hierfür ist, dass ein Fondsmanagement zwar ab und zu aufgrund der Analysen in die ertragreicheren Wertpapiere investiert und so besser als der Markt abschneidet, statistisch gesehen genauso oft Fehler macht und in die falschen investiert. Dadurch ist der Erfolg von aktiven Fonds wissenschaftlich betrachtet nicht von Glück und Zufall unterscheidbar. Gibt es bei einem Münzwurf noch nahezu eine 50:50 Chance, so sind die Auswahlmöglichkeiten am Finanzmarkt um ein Vielfaches vielfältiger. Langfristig schneiden aktive Fonds somit schlecht ab, und das nicht nur aufgrund des Risikos der Fehlentscheidungen an sich, sondern auch, da sie durch die laufend höheren Kosten auf lange Sicht erheblich mehr verlieren.

 

Wie "Morningstar", die größte unabhängige Fonds-Ratingagentur der Welt, berichtet, kommen Sie ebenfalls zu dem Schluss, dass Fondsmanager langfristig den Markt nicht schlagen können. Oder anders formuliert: Auch Fondsmanager wissen nicht, ob Aktien steigen werden oder vielleicht doch eine Krise wie 2007/2008 mit Verlusten bevorsteht.

 

Wie in der oben stehenden Grafik ersichtlich, schaffen es auf ein Jahr gerechnet nur rund 40% der durchschnittlichen Aktienfonds, besser zu sein als der Markt und so eine höhere Rendite für deren Investoren zu liefern. Somit wird wie bereits beschrieben nicht einmal das statistische Glück von 50% erreicht. Umso länger der Betrachtungszeitraum wird, desto schlechter scheiden die Fonds ab. Auf 15 Jahre gemessen sind nur noch 19% besser als der Markt. Ähnliche Beobachtungen wurden auch in anderen Fondskategorien gemacht.

 

Die laufende Untersuchung hat noch einen anderen nicht unwesentlichen Punkt hervorgehoben: Fondsmanager von günstigen Fonds schneiden natürlich besser ab als ihre Kollegen. Das liegt daran, dass sie zwar genau so wenig einen Mehrertrag erwirtschaften, aber dennoch von ihrer geringeren Kostenbelastung profitieren. Somit müssen Sie sich selbst die Frage stellen, ob Sie jemandem glauben wollen, der "eine gute Strategie" oder eine "sehr gute Investmentmöglichkeit" vorschlägt.

 

Warum schneidet professionelles Fondsmanagement schlechter ab als eine rein passive Strategie?

Die meisten Anleger und Investoren setzen folgenden Zusammenhang voraus: Aktives Fondsmanagement, also die richtige Auswahl der Wertpapiere zum richtigen Zeitpunkt, ist notwendig, da nur Experten wissen worauf geachtet werden muss, und diese Tätigkeit kostet Geld.

 

Doch eine ganz wesentliche Frage drängt sich hierbei auf: Wenn es eine Möglichkeit gäbe, ein Unternehmen korrekt zu bewerten, zu wissen wann die Finanzmärkte steigen oder fallen, würde diese Möglichkeit nicht jedes Fondsmanagement und jeder Investor nutzen?

 

Die Antwort ist einfach: Eine einzige richtige Vorgehensweise existiert nicht, und somit entstehen durch aktives Fondsmanagement unnötige Kosten.

 

Kostenvergleich

Wie die Österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) ermittelt hat, liegen die Kosten des durchschnittlichen Aktienfonds bei rund 1,76% p.a. bis maximal 3,6% p.a.. Zusätzlich dazu werden oft noch Ausgabenaufschläge von durchschnittlich 4,39% einmalig und mögliche Erfolgsgebühren in Rechnung gestellt.

Ein vergleichbarer ETF welcher den MSCI World abbildet, kommt auf 0,55% oder weniger durchschnittliche Kosten, und das ohne zusätzlich anfallenden Ausgabeaufschlag und ohne Erfolgsgebühren. In diesem vereinfachten Beispiel können so mindestens Kosten von 1,21% p.a. eingespart werden. Bei einer fiktiven Laufzeit von 30 Jahren ergibt das eine Kostenreduktion von rund 43%!

 

Warum aktives Fondsmanagement noch existiert

Mittlerweile fragen Sie sich möglicherweise, wieso aktives Fondsmanagement überhaupt noch angeboten wird, wenn die Vorteile des passiven Managements so deutlich überwiegen. Die Wahrheit ist, dass Fondsmanager und Finanzanalysten dennoch für die Finanzwelt unabdingbar sind, da erst durch ihre Bewertungen und Analysendie Ausgangslage an Informationen schafft, auf Grund welcher der Rest des Marktes handelt. Einfacher gesagt: Damit sich ein passiv gemanagter Fond an einem Vergleichsindex orientieren kann, muss erstmal ein funktionierender aktiv gemanagter Fond existiert haben, der dann mittels EFTs nachgeahmt werden kann. Stellen Analysten z.B. fest, dass die Ölreserven zu Neige gehen, oder ein Unternehmen Bilanzen fälscht, dann verbreiteten sich solche Informationen sehr schnell und die Kurse der Unternehmen reagieren entsprechend. Auch wenn das einzelne Fondsmanagement langfristig durch aktives Fondsmanagement keinen Vorteil generieren kann, stellen aktiv gemanagte Fonds eine wichtige Komponente der Informationsverteilung und Kontrolle dar.

 

 

Wie Morningstar berichtet, geht der Trend immer weiter hin Richtung passiver Investmentansätze. Aktuell liegt der Marktanteil von passiven Investments bei rund 40% und wird voraussichtlich in den nächsten drei bis fünf Jahren erstmals größer sein als der Anteil von aktiv gemanagten Fonds.

 

Unter welchen Umständen sich aktive Fonds lohnen

Unter gewissen Umständen ist die Wahl von aktiv gemanagten Fonds trotz der bereits beschriebenen Argumente tendenziell vorteilhafter. So kann z.B. der Informationsgehalt und -fluss in unterentwickelten Finanzmärkten von aufstrebenden Ländern schlecht sein, was zu ineffizienten Märkten führt. Hier können Fondsmanager dem Markt durch genaue Analyse einen Schritt voraus sein. Der durchschnittliche Anleger sollte jedoch, mittels breiter Streuung, einen Großteil in entwickelte Märkte investieren und diese Spezialmärkte nur extrem gering gewichten.

 

Wie wir agieren

 

Notwendigkeit von Portfoliomanagement für Ihre Vorsorge

Für Ihre Vorsorge bzw. Ihr Investment bedeutet das, dass Sie sich nur um jene Bestandteile kümmern sollten, auf welche Sie Einfluss haben. Sie sollten nicht auf eine besondere Verlustvermeidungsstrategie von Fonds oder Systemen setzen oder versuchen, den Markt selbständig vorherzusagen. Viel entscheidender ist es, Kosten möglichst gering zu halten und Ihre Anlage und somit die Fondsauswahl auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen. Wichtig ist hierbei, Risiken zu identifizieren und nicht aufzusummieren und somit eine optimale Diversifikation zu erreichen. Wichtig ist auch, dass dies regelmäßig kontrolliert und angepasst wird, denn die Risiken ändern sich teils gravierend im Zeitverlauf.

 

ISAAC wendet diese Regeln für Sie an. Er versucht erst gar nicht erst, den Markt zu schlagen, da dies unnötige Kosten und Risiken verursachen würde. ISAAC misst das Risiko und gibt Bescheid, wenn Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig reduziert ISAAC die Kosten so weit als möglich. Im Rahmen der Versicherungsverträge sind wir auf die Vorgaben der Versicherungen angewiesen. Solle es nicht möglich sein, auf ETFs auszuweichen oder ist es aufgrund strategischer Gesichtspunkte besser, auf aktive Fonds zu setzen, wählt ISAAC hier ebenfalls die kostengünstigsten Varianten.

Vorgehensweise


Fazit

Durch die Effizienz der Finanzmärkte ist es nicht möglich, besser zu sein als andere Marktteilnehmer. Da auch Fondsmanager nicht wissen, wie die Zukunft aussieht sollten Sie vorsichtig bei Strategien sein und eher einen neutralen Ansatz wählen um Kosten zu reduzieren.

Was man machen..

Beschränken Sie sich auf jene Dinge, auf die ein Fondsmanagement keine Rücksicht nehmen kann wie Ihre individuelle Laufzeit, Ihre Risikoneigung oder das Zusammenspiel von verschiedenen Fonds in Ihrer Veranlagung. Optimieren und kontrollieren Sie Ihr Investment regelmäßig da sich im Zeitverlauf die Eigenschaften ändern.

...nicht machen sollte

Setzen Sie nicht auf Handelsstrategien welche Ihnen versprechen, Verluste zu vermeiden oder auf teure Fonds welche dies durch einen speziellen Managementansatz versuchen zu erreichen.