inflation & zINSEN

Preissteigerung durch Geldmengenausweitung - auch Inflation genannt

 

 

Preissteigerungen durch Geldmengenausweitung (ugs. Inflation)

Langfristig verliert Ihr Kapital erheblich an Wert (Kaufkraft). Das offiziell mittelfristig angestrebte Inflationsziel der Europäischen Zentralbank liegt bei knapp unter 2% jährlich. Das bedeutet, dass zwar auf einer Euro Banknote in 35 Jahren z.B. noch immer 100€ stehen wird, Sie dafür jedoch nur noch weniger bekommen werden. Wenn Sie somit eine geringere Verzinsung erhalten, als Sie durch die Inflation verlieren, erleiden Sie einen sogenannten "realen Kaufkraftverlust"

 

 

Beispiel 1

Heutiges Vermögen: 10 000€

Bankzinsen: 0,5% p.a.

Inflation: -1,95% p.a.

Gesamtverzinsung auf Kapital: -1,45% p.a.

Kaufkraft in 35 Jahren: 6 492,90€

Kaufkraftverlust: -35,1%

(Zur einfacheren Darstellung haben wir auf Einbeziehung von Kosten verzichtet, noch haben wir auf die Endfälligkeit von Zinsen Rücksicht genommen)

 

Das obige Beispiel illustriert einen Fall realen Kaufkraftverlustes. Obwohl ihr Kapital am Konto mit 0,5 % verzinst wird und somit wächst, verlieren Sie in Realität Vermögen. Warum? Wegen der jährlichen Geldentwertung von rund 1,95 %, die höher ausfällt als Ihre Verzinsung. Auch wenn Ihr Kontostand in 35 Jahren eine Summe von 10 000€ anzeigt, erhalten Sie dafür nur noch Güter und Dienstleistungen im heutigen Wert von 6 492,90€.

 

Vermögenserhalt und Vermögensbildung

Im Umkehrschluss heißt dies, dass Ihre Verzinsung zumindest gleich hoch ausfallen muss wie die jährliche Inflation um den Wert Ihres Geldes nicht zu verringern. Wenn Sie Ihr Geld nun also auf der Bank mit einer Verzinsung von 0,5 % liegen lassen, um sich damit in 35 Jahren eine Weltreise zum Pensionsantritt zu ermöglichen, ergibt sich folgende Situation:

 

Beispiel 2

Verfügbares Kapital: 20 000€

Angenommene Kosten heute: 20 000€

Kosten zu Pensionsantritt: 39 317,24€

Kapital zu Pensionsantritt: 23 814,54€

 

Ergebnis

Während Sie sich heute die Weltreise leisten könnten, können Sie sich diese (trotz eines Kapitalwachstums durch Verzinsung!) zu Pensionsantritt wegen der Geldentwertung nicht mehr leisten.

Der Faktor zeit

 

Der Faktor Zeit spielt selbstverständllich auch bei der Geldentwertung eine wesentliche Rolle. Kurzfristig merkt man kaum, dass die Inflation am Vermögen nagt, langfristig hat sie jedoch erhebliche Auswirkungen.

 

Der Kaufkraftverlust kann wie versteckte Kosten betrachtet werden, welche wir alle jederzeit tragen müssen. Ein wesentliches Problem dabei ist, dass man auch hier rechtzeitig mit dem Schutz des eigenen Kapitals beginnen muss, da die verlorene Kaufkraft nicht wieder zurückgewonnen werden kann.

 

Historie

Über die Jahre hinweg betrachtet kann man am HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreis Index) bzw. dem VPI (Verbraucherpreis Index) erkennen, dass die Inflation langfristig um die 2 % lag.

Zinsen

 

Sieht man sich die Statistik der Österreichischen Nationalbank an, so erkennt man, dass das Zinsniveau derzeit extrem niedrig ist. Für Verbraucher ist dies auf der Bank auch spürbar, da Sie einerseits für Ihre Einlagen nur sehr geringe Zinsen erhalten, auf der anderen Seite für Kredite aber auch weniger aufwenden müssen.

 

Während die nominellen kurzfristigen Zinssätze in 2008 noch bei +4,6%, lagen sie in 2017 in Österreich bei -0,3% wie eine Auswertung der Wirtschaftskammer zeigt. Diesen Zinsrückgang konnte man im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2007/2008 auf der ganzen Welt beobachten (ausgenommen in vereinzelten Länder wie z.B. in Japan, wo das Zinsniveau schon historisch tief war).

Negative Realverzinsung

Statistik zur negativen Realverzinsung
Quelle: Österreichische Nationalbank

 

Auch wenn heutzutage das Zinsniveau historisch betrachtet extrem niedrig ist, so ist der reale Kaufkraftverlust nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil. Wie die Statistik der Österreichischen Nationalbank zeigt, sind negative Realzinsen sogar relativ üblich und eine positive reale Verzinsung tritt meist nur relativ kurzfristig auf.

 

Bedeutung für Sparer, Anleger und Investoren

Dieses Wissen anzuerkennen führt zu der Realisation, dass ein Aussitzen der Niedrigzinsphase und das Warten auf höhere Zinsen um wieder "mehr Ertrag" zu generieren vermutlich aussichtslos ist. Ein negatives Realzins ist relativ üblich; die Verbraucher spüren ihn heutzutage nur stärker, da die Sparbuchzinsen merklich gesunken sind.

 

In der Zukunft werden die Zinsen voraussichtlich erst erhöht werden, wenn die Inflation zu steigen beginnt. Sprich, zukünftig mögliche höhere Zinsen werden von der dann vorherrschenden höheren Inflation abermals aufgefressen, sodass sich für den Sparer erneut keine Wertsteigerung des Kapitals erzielen lässt. Der langsame Kaufkraftverlust setzt sich fort.

 

Ergebnis

Die Inflation frisst langfristig betrachtet im Durchschnitt immer den Zinsertrag von Bankkonto, Sparbuch und Co auf. Diese Anlageformen eigenen sich daher nicht für den Aufbau von Wohlstand, sondern sind nur kurzfristig geeignet um beispielsweise Kapital für Investitionen bereit zu halten. Anleger sollten daher nach Alternativen suchen um langfristig Vermögen aufzubauen.

 

Lebensversicherung oder Bankdepot?

Welche Möglichkeiten es gibt, um eine höhere Verzinsung zu generieren und so dem Kaufkraftverlust zu entgehen, zeigen wir Ihnen hier.

Vorgehensweise


Fazit

Die Inflation lässt Ihre Kaufkraft und Ihren Wohlstand sinken und die niedrigen Zinsen für Einlagen bei der Bank gleichen die Geldentwertung in der Regel nicht aus. Deshalb sollten Sie nicht mehr Geld als notwendig auf der Bank haben, sondern das restliche Kapital in andere Anlageformen investieren.

Was man machen...

Berücksichtigen Sie die Inflation bei Ihren Entscheidungen und setzen Sie diese als einen Kostenpunkt in Ihrer Kalkulation an.

Halten Sie nur notwendiges Kapital (wie z.B. drei Monatsgehälter, Notgroschen, notwendige Vorsorge, Geld für kurzfristige Ausgaben oder bevorstehende Investitionen) als Bankeinlage.

...nicht machen sollte

Nutzen Sie langfristig Alternativen zu Sparbuch und Co. als Instrument um anzusparen, Wohlstand zu erhalten oder aufzubauen. Betrachten Sie Inflation nicht als nebensächlich.